Archive for the ‘Heimatkult’ Category

Heimatkult – Der Westwall bei Roetgen

Montag, Februar 6th, 2012

Endlich Urlaub! Also beginnt man mal mit den Dingen, die man eh schon immer mal machen wollte. Ich bin seit längerem im Besitz eines militärgeschichtlichen Routenplaners mit dem Thema Hürtgenwald im Rahmen der US-Offensive 1944.

Auf dieser Tour konnten wir die Route der US-Armee vom Überschreiten der deutschen Grenze bei Raeren bis Zweifall nachvollziehen. Auch hier wurde wieder einmal deutlich, wie viel greifbarer Geschichte wird, wenn man sich vor Ort einen Eindruck von der Gegend machen kann. Umstände und aufhaltende Hindernisse werden so auf den ersten Blick ersichtlich.

Aufgrund der gründlichen Beseitigungen in NRW was den zweiten Weltkrieg angeht, ist nur noch wenig Substanz aufzufinden. Allerdings könnten wir im Schnee auch einiges übersehen haben, nicht-gesprengte verbunkerte Anlagen waren jedenfalls nicht aufzufinden. Nur die allgegenwärtigen Höckerhindernisse sind zu großen Teilen noch erhalten. Hier war das besondere Highlight das Höckerhindernis hinter Roetgen über den Grölisbach, das noch in bestem Zustand ist und mit halbwegs annehmbarer Kraxelei gut zugänglich ist. Die zugehörigen Regelbauten (wohl aus dem Limes-Programm) waren nicht aufzuspüren, das könnte aber wie gesagt auch dem Schnee zuzuschreiben sein.

Dank der leider nur rudimentären Karte in der Literatur konnten wir uns aber trotzdem einen brauchbaren Eindruck verschaffen. Das Sperrwerk liegt von Roetgen aus auf dem Weg nach Rott direkt vor der Dreilägerbachtalsperre und ist mit offenen Augen kaum zu übersehen.
Für die Vorderhangstellung bei Rott war es uns dann aber doch deutlich zu kalt um noch eine weitere Stunde draußen rumzulaufen und so besichtigten wir in Rott nur mit dem Auto erreichbare Ziele, wie z.B. den ehemaligen Gefechtsstand von General Cota.

Auf der Rückfahrt kamen wir dann noch an einem wohl sehr beliebten Rodelhang vorbei, sämtliche Straßen waren zugeparkt. Das Winterwetter hatte wohl noch mehr Aachener aus ihren Häusern getrieben, Minusgrade hin oder her.

Eine komplette Bildergalerie gibt es in meinem Google+-Profil.

Heimatkult – Der Rhein von Bonn bis Linz, der Rheinsteig von Linz bis Unkel

Donnerstag, Juni 26th, 2008

Am Pfingstmontag haben wir endlich mal wieder das gute Wetter genutzt und haben mein Geburtstagsgeschenk von letztem Jahr eingelöst. Eine Rheinschifffahrt bis Linz und dann eine anschließende Wanderung.

Die Petersberg legte um 10:30 am Bonner KD-Anleger ab und fuhr langsam rheinaufwärts. Die Fahrt dauerte ca. 2,5 Stunden und führte an vielen wunderschönen Stücken Land vorbei. Nach dem Post Tower und der Rheinaue wurde es zunächst etwas dünner besiedelt und man konnte die Aussicht auf das Siebengebirge und vor Allem den Drachenfels genießen. Weiter ging es vorbei an Bad Honnef, Rolandseck, Unkel und Remagen, bis nach Linz am Rhein. Nach der Ankunft liefen wir etwas durch die Stadt auf der Suche nach etwas zu Essen und strandeten in einem Dönerladen. Der einzige der in der Stadt aufzufinden war, offensichtlich ist man durch das hohe Touristenaufkommen sehr auf deutsche Küche spezialisiert.

Nach einem guten Mittagessen starteten wir unsere Wanderung. Von Linz aus ging es hinauf zur Burg Ockenfels. Der Weg führt leider an einer Straße entlang und ist recht steil, doch die Aussicht von oben entschädigt dafür. Wenn man von Burk Ockenfels auf dem berg etwas rheinabwärts geht, kommt man auf eine riesige Wieso mit Bäumen. Der Ort bietet sich perfekt zum verweilen an. Wäre eventuell auch etwas zum Pause machen, wenn man noch einmal dort in der Nähe ist.

Von dieser Wiese ging es wieder leicht abwärts über teilweise wirklich schmale Wege. Personen mit Problemen beim gehen, sollten wohl einen Weg außen herum wählen. Die Wege schlängeln sich durch Gärten und führen hinab ins Kasbachtal. Nach einem Stück an einer Bahnstrecke entlang, unterschreitet man diese und läuft ein Stück durch ein Dorf. Hinter diesem Dorf beginnt ein steiler Anstieg zur Erpeler Ley. Der Weg ist wirklich steil und fordert einem einiges an Kondition ab. Oben angekommen geht der Weg wieder über ein Stück Wiese, um sich dann im Wald fortzusetzen. Bis zur Erpeler Ley wandert man nun durch den Wald, gut vor der Sonne geschützt. Hier angekommen verweilten wir etwas, den schönen Tag nutzten viele Familien um den Tag oben auf der großen Wiese zu verbringen.

Da der Tag langsam voran schritt, gingen wir runter nach Erpel und entschieden uns für den restlichen Weg nach Unkel für einen Radweg zum weiterwandern. So wanderten wir an der Bahnstrecke entlang nach Unkel und schafften es gerade so, noch das nächste Schiff zurück nach Bonn zu bekommen. Das Wappen von Köln kam gerade den Rhein herauf, als wir den Anleger erreichten. Die Schiffahrt war eine willkommene Erholung von der langen Wanderung. Nach unserer Ankunft am Bonner KD-Anleger ging es wieder nach Hause.

Insgesamt können wir den Rheinsteig und auch eine Schiffahrt auf dem Rhein nur empfehlen. Der Rheinsteig ist zwar ein anspruchsvoller Wanderweg, bietet einem aber wunderschöne Wege und Aussichten, die man ohne wohl so nicht finden würde. Das Schiff ist eine schöne Alternative zur Anreise mit dem Auto und zumindestens im Sommer sind die Fahrtzeiten auch häufig genug. Als Tipp: Die Rückfahrt kostet nur einen minimalen Aufschlag zum Ticket in eine Richtung.

Ich bedanke mich für den wunderschönen Tag bei meiner Freundin, die mir diesen schon vor langer Zeit geschenkt hatte. Anbei gibt es natürlich wieder die obligatorische Fotogalerie.

Fotogalerie

Heimatkult – Nürnberg: Altstadt, Kaiserburg und Reichsparteitagsgelände

Samstag, April 5th, 2008

Hinweis: Es gibt zum Artikel auch eine komplette Bildergalerie!

Letzten Samstag waren wir endlich nach dem Winter mal wieder auf Tour. Mit dem ICE ging es von Siegburg in das schöne Nürnberg in Franken. Wieder einmal galt es früh aufzustehen, um 5:43 ging der direkte Zug Richtung München. Um Punkt 9:00 hielt der Zug in Nürnberg und wir blickten in einen bewölkten Himmel. Immerhin war für Nachmittags Sonne angesagt. Das erste was wir nach dem überqueren der Straße erblickten, stimmte uns fröhlich für den Tag, eine wunderschön orangene Jägermeisterbahn!

Nach der Dokumentation eben jener ging es in die Altstadt. Direkt am Stadttor, dass sich am Hauptbahnhof befindet, gibt es den (offensichtlich für Touristen) schön restaurierten Waffenhof, komplett mit kleinen Fachwerkhäuschen. Leider wurde nur Touristenramsch und Essen verkauft, schön anzusehen war es immerhin.

In der Stadt an sich mussten wir ernüchternd feststellen, dass es auch im Süden die ewig selben Ketten an Kaufhäusern und Ähnlichem gibt. Praktischerweise konnte ich dann meine neuen CF-Karten für die Kamera auch direkt in einem Kaufhof erwerben. Allerdings ist anzumerken, dass die Kaufhäuser durchweg in schönen Gebäuden angesiedelt waren. Ganz im Gegensatz zu den bunkerähnlichen Betonbauten im Westen.

Nach einem zweiten Frühstück bei McDonald’s und einigem Herumirren in der Stadt ging es über einer der zahlreichen Pegnitzbrücken zum Hauptmarkt. Überhaupt fällt beim Schlendern durch die Stadt die hohe Anzahl der Märkte auf, aber auch die alten Straßennamen. Kaum eine Straße im Zentrum ist nach Personen benannt, eher nach den Eigenschaften der Straße oder Gasse selbst.

Spätestens wenn man am Markt angekommen ist, bemerkt man die extrem hohe Dichte an verschiedenen Kirchen. Selbst wenn man Köln gewohnt ist, fühlt man sich schon fast bedrängt von soviel Geistlichkeit. Die Kirchen sind jedoch ausnahmslos sehr schöne, alte Bauten. Kriegsschäden scheinen doch eher rar zu sein, oder – wenn vorhanden – fast unsichtbar beseitigt worden zu sein.

Vorbei am historischen Rathaus, mit dem wunderschönen Nürnberger Stadtwappen, geht es vorbei an den obligatorischen Bratwürsthäusern, bis hoch zu Kaiserburg. Ob als Touristenattraktion, oder tatsächlich einfach so nur beliebt, jedenfalls gibt es diese Bratwürsthäuser in großer Menge. In der “normalen” Innenstadt finden sich die Bratwurststände auch wieder (mindestens zwei Würstchen pro Brötchen), allerdings in eher nüchtern-modernen Metall- und Glasbuden. In Richtung Kaiserburg wird die Straße immer steiler, doch der Aufstieg lohnt sich. Die Burg ist in erstklassigem Zustand, inklusive Gräben und Gärten. Eine wirklich sehr schön restaurierte Burg, Führungen (die wir nicht wahrgenommen haben) werden natürlich auch durchgeführt. Unser Blick hinab auf Nürnberg war nur durch das Wetter ein wenig getrübt. Wenn man in der Burg, durch die Gärten geht, findet man an der hintersten Ecke einen schmalen Durchgang, der einen wunderschönen Ausblick auf die Altstadt gestattet. Der Punkt ist allerdings wirklich gut versteckt, aber – wie gesehen – auffindbar. Die Toiletten (am Garten) sind übrigens eher mangelhaft, wenn man es nicht allzu dringend hat, sollte man die Benutzung einfach verschieben.

Nach dem Abstieg ging es über einige Umwege wieder zurück zum Hauptbahnhof. Dort wurden wir von bereits munter betrunkenen und singenden Fußballfans begrüßt. Unglücklicherweise spielte Nürnberg nämlich gegen Bayern München, was entsprechend viel Publikum anzog. Da unser Ziel das ehemalige Reichsparteitagsgelände der NSDAP war, machten wir uns nicht allzu große Sorgen, wir wollten ja nicht zum Stadion. Jedenfalls dachten wir das. Auf dem Bahnsteig, wo die S2 Richtung Dutzendteich fuhr (warum das so heißt, wird später erläutert), sammelten sich einige Fußballfans. Etwa 15 Minuten vor der Abfahrt wurde es dann zunehmend voller. Zu den pöbelnden Nürnbergfans gesellten sich relativ zügig auch welche aus München. Diese wurden von Polizisten in recht umfassender Körperpanzerung begleitet. Günstigerweise wurden die beiden Gruppen genau dort getrennt, wo wir standen – also standen wir genau zwischen den sich gegenseitig ansingenden Fangruppen. Ein nettes Erlebnis, ohne Kameraausrüstung hätte ich mich eventuell sogar wohl gefühlt. Nach kurzer Zeit kam dann auch der Zug, wir wanderten bis fast ans Ende. Hier gab es etwas weniger Polizei und durchweg nur noch gemäßigte Fans. So war der Zug zwar auch voll, aber immerhin drohten sich nicht gerade zig Leute direkt neben uns zu Prügeln.

Dutzendteich lag glücklicherweise exakt eine Station vor dem Stadion, wir konnten den Massen also recht gut entweichen. Rund um das Gelände waren aber immer noch viele Fans unterwegs, das heutige Stadion liegt nämlich noch immer auf Teilen des Geländes. Ebenso wie der Norisring. Nach einem wirklich kurzen Fußmarsch erreichten wir das Dokumentationszentrum. Da das Wetter immer noch nicht so recht aufgeklart war, gingen wir erstmal hinein und sahen uns die Ausstellung an.

Die Eintrittspreise sind durchaus bezahlbar, 5€ normal und 2,5€ ermäßigt wurden verlangt. Kostenlos dazu gab es einen Audioguide, der auch zum Teil auch nötig ist. Zum einen kann man sich sämtliche Schautafeln vorlesen lassen (die Nummern sind auf jeder Tafel aufgedruckt), aber vor Allem wird der Ton der zahlreichen Videowände ausschließlich über den Audioguide übertragen. Also: Das Ding nicht am Anfang vergessen, denn ohne Ton sind die meisten Videos nicht einmal halb so sinnvoll. Die Tafeln konnte man dann doch schneller lesend erfassen.

Die Ausstellung basiert zum größten Teil auf Information, weniger auf ausgestelltem Material. Zu Beginn wird generell über die Machtergreifung informiert, im Anschluss aber auch auf die frühe Rolle Nürnbergs eingegangen. Die Geschichte der Reichsparteitage an sich wird relativ ausführlich beleuchtet, ebenso wie der Bau des Geländes. Zum Teil liegen einige Dokumente aus, die aus der Zeit des Baus stammen und die Abläufe dokumentieren. Nach der Schilderung des Baus und der Geschichte wird noch einmal auf die Verwendung der Zwangsarbeiter bei der Rohstoffgewinnung eingegangen, im speziellen auf Nahe gelegene KZs, in denen der Granit gewonnen wurde. Die Ausstellung schließt mit einer Dokumentation der Nürnberger Prozesse ab, die auch mit vielen Berichten und Audiobeiträgen ergänzt wurde. Für mich persönlich der informativste Teil der Ausstellung.

Kurz vor dem Ausgang bekommt man neben einem letzten Video, in dem einige lokale Zeitzeugen der Parteitage befragt werden, die Möglichkeit sich die Kongresshalle noch einmal von Innen anzusehen. Von Außen wirkt das Gebäude jedoch wesentlich beeindruckender, vermutlich auch wegen der Höhe. Insgesamt eine lohnende Ausstellung, auch wenn sie zu Beginn etwas viel Allgemeinwissen vermittelt. Wenn man sich mit dem Thema schon einmal beschäftigt hat, kann in den ersten Räumen recht selektiv nur die Geschichte Nürnbergs und der Parteitage betrachten, dann hat man für den Rest mehr Zeit.

Außen klarte das Wetter endlich etwas auf. Wir gingen um die offene Seite der hufeisenförmigen Halle herum, am so genannten Dutzendteich entlang. Das Gelände war bereits vor der Besetzung durch die NSDAP ein Naherholungsgebiet für die Nürnberger, das teils auch gegen den Willen der Bürger im allgegenwärtigen Größenwahn des Führers umgestaltet wurde. Nach Kriegsende wurde das Gelände teilweise wieder umgenutzt und ist heute Gebiet für viele Spaziergänger aber auch Veranstaltungen. Erst wenn man das Gebäude um rundet hat, sieht man die bereits fertiggestellte Granitfassade, die einen guten Teil der beeindruckenden Erscheinung ausmacht. Neben dem Gebäude fand gerade ein Jahrmarkt statt, dessen Riesenrad einen guten Vergleich zuließ. Wesentlich höher war es jedenfalls nicht. Weiter ging es über die Große Straße, die während des Fußballspiel als Parkplatz genutzt wurde. Trotz der vielen parkenden Autos, sah man die riesigen Dimensionen dieser Aufmarschstraße, die vom Kongresshalle in Richtung Märzfeld geht. Direkt an der Halle teilt sie den Dutzendteich, weiter hinten liegt auf ihrer Linken das Zeppelinfeld und zu ihrer Rechten die spärlichen Reste des Deutschen Stadions. Die Straße endet dann im ehemaligen Märzfeld, von diesem ist heute allerdings nicht mehr viel zu sehen.

Also machten wir uns auf die Straße hinauf, um hinter dem Dutzendteich nach rechts abzubiegen. Die Reste des Deutschen Stadions sind tatsächlich sehr spärlich, eigentlich sieht man nur noch die riesige Baugrube, die heute ein See ist: Der so genannte Silbersee. Da dort nicht wirklich viel zu sehen war, überquerten wir die Große Straße auf die linke Seite und gingen am Dutzendteich entlang. Nach einem Rechtsschwenk erreichten wir das Zeppelinfeld, dass leider nicht betreten werden konnte. In diesem sind heute Sportanlagen errichtet, mindestens zwei Fußballplätze waren zu erkennen. Nur die ehemalige Haupttribüne ist zugänglich, heute die Haupttribüne des Norisrings. Der Umfang des Feldes ist riesig, es könnte von den Dimensionen mit Sicherheit auch vier Fußballplätze beherbergen. Die alten Tribünen sind noch sehr gut zu erkennen und (anscheinend) sind noch alle Türme erhalten, auf denen Flakscheinwerfer und Fahnenmasten aufgestellt wurden. Trotz Verbotsschildern war die Haupttribüne leider in Benutzung von Skatern. Es scheint nicht das einzige Mal gewesen zu sein, wenn man sich die abgetragene unterste Steinstufe ansieht. Generell ist die Anlage noch in einem sehr guten Zustand.

Die Besichtigung des Zeppelinfeldes war begleitet von der sehr lauten Fußballarena, in der das Spiel mittlerweile angefangen hatte. Durch die lauten Gesänge, die in noch guter Zimmerlautstärke zu uns drangen, bekam der Ort noch einmal eine weitere Dimension, die damalige Anwesenheit der Menschenmengen war bereits auf den Videos des Dokumentationszentrums beängstigend und beeindruckend. Durch die reale Geräuschkulisse wurde dieser Eindruck noch einmal verstärkt. An der Stelle der heutigen Fußballarena stand zu NS-Zeiten das Stadion der Hitlerjugend, dieses wurde also einfach nach dem Krieg weitergenutzt und erweitert.

Zurück ging es auf der anderen Seite des Dutzendteichs. Das Wetter war mittlerweile als quasi perfekt zu bezeichnen. Nach ein paar besseren Bildern der Vorderseite des Dok-Zentrums, inspizierten wir noch einmal den Gewölbegang, der im Erdgeschoss um die Kongresshalle führt. Hier sieht man noch einmal die präzise gearbeiteten Steine. Das Objekt wurde ganz offensichtlich zum Herzeigen und weniger zum Nutzen gebaut.

Als Abschluss überquerten wir die Straße vor der Kongresshalle um zum Luitpoldhain zu gelangen, wo die ersten großen Aufmärsche stattfanden. Die ehemalige Luitpoldarena kann man nur noch erahnen, das Ehrenmal ist allerdings noch vorhanden, war leider jedoch eingerüstet und weder zu sehen, noch zu begehen. Erkennbar waren nur die Sockel, auf denen damals die Flammenschalen brannten. Nach einer ausgedehnten Pause ging es daher wieder zum S-Bahnhof zurück.

Insgesamt hat das Gelände einen großen Eindruck hinterlassen. Es wirkt allerdings ziemlich wahnsinnig, solch eine Anlage für gerade mal jährlich stattfindende Ereignisse zu errichten. Architektonisch ist die Anlage von Mammon geprägt und wirkt unheimlich beeindruckend. Es fällt schwer sich die Dimensionen vorzustellen, wäre die gesamte Anlage fertiggestellt worden. Generell bieten das Gelände und das Dokumentationszentrum einen guten Einblick vor Allem in die frühe Geschichte des NS-Staates und dessen bombastischen Feiern für sich selbst. Die Parteitage auf diesem Gelände dürften ein guter Ort gewesen sein, um die Bevölkerung auf die NSDAP einzustimmen und gemeinsam hinter sie zu stellen.

Nach der (wesentlich ruhigeren) Rückfahrt, wanderten wir noch einmal durch die Altstadt, diesmal im angenehmen Abendlicht und konnten noch ein paar gute Aufnahmen erhaschen. Mittlerweile waren wir allerdings schon ziemlich fertig und immerhin schon 14 Stunden unterwegs. Also suchten wir uns eine (wirklich gute) Pizzeria in der Nähe des Bahnhofes.

Nach dem sehr guten Mahl brachen wir dann schließlich um 21 Uhr im ICE den Rückweg an. Der war zwar noch etwas holprig, aber wir bekamen trotz einer Baustelle bei Aschaffenburg den Anschlusszug am Frankfurter Flughafen. Offensichtlich mussten ausreichend viele Personen in den Zug umsteigen, so dass dieser wartete. Um etwa 0:30 Uhr trafen wir endlich wieder in Siegburg ein und konnten uns etwas wohlverdienten Schlaf gönnen.

komplette Bildergalerie

Heimatkult: Koblenz – Das deutsche Eck und Ehrenbreitstein

Donnerstag, Januar 18th, 2007

Am 17.12. gab es mal wieder eine neue Tour. Diesmal nach Koblenz, wo einem ein sehr vielfältiges Bild an alten Gebäuden und Festungswerken geboten wird. Wir fuhren am Rhein entlang, da die Strecke landschaftlich schöner ist und die Fahrt kaum länger dauert als der Weg über die Autobahn. Es muss nur mit regelmäßigen Verkehrsbremsen in Form von Rentnern gerechnet werden. Diese Erfahrung musste ich ja bereits auf der Loreley machen. Koblenz hieß uns mit der Festung Ehrenbreitstein willkommen, während wir uns auf den Weg zum Hauptbahnhof machten, um uns mit Silvio zu treffen. Trotz oder vielleicht wegen der guten Beschilderung fuhren wir erst einmal an ihm vorbei und suchten einen Parkplatz. 25 Cent für eine halbe Stunde kann man doch mindestens als human bezeichnen, da ich natürlich kein 5-Cent-Stück hatte, bezahlten wir direkt für eine Stunde. Nach kurzer Zeit war Silvio gefunden, woraufhin wir uns uns erst einmal aufwärmten und den Stadtplan inspizierten. Anschließend fuhren wir zum zentralen Parkplatz, direkt am Schloss, um die Autos abzustellen. Danach ging es vorbei an sehr schönen historischen Gebäuden hinunter zum Rheinufer. Vom Ufer aus konnte man bereits Ehrenbreitstein über den Rhein wachen sehen. Doch zuerst wollten wir die linke Rheinseite besichtigen.

Vorbei am Pegel und den Winniger Weinstuben (sehr sehr schönes Gebäude) gingen wir zu Sankt Kastor. Vor und hinter der Kirche sind alte Grabplatten an Mauern ausgestellt und Über dem Haupteingang wacht St. Kastor in gold-weißer Pracht. Die Kirche an sich ist sehr gut erhalten bzw. restauriert. Außerdem steht auf ihrem Vorplatz der Kastorbrunnen, der mit netten Bemerkungen an die Russen und Franzosen des frühen 19. Jahrhunderts erinnert.

An St. Kastor vorbei kommt man zum Ludwig Museum, eines der über ganz Deutschland verteilten Museen des Ehepaares Ludwig. Es ist im Deutschherrenhaus beheimatet, welches dem Deutschen Orden gehörte (einer der drei großen Kreuzfahrerorden). Das Haus an sich ist sehr gut erhalten und an das Einganstor ist ein sich sehr gut passender, moderner Glasbau angeschlossen. Mit der Kunstaustellung konnten wir jedoch nicht viel anfangen.

Vom Deutschherrenhaus ging es weiter zum Deutschen Eck. Etwa auf halbem Weg stehen drei Segmente der Berliner Mauer, die an die Opfer der Teilung erinnern sollen. Vermutlich soll dies in Relation zu den Wappen der Bundeslaender und der im Krieg verlorenen Länder stehen, die am Denkmal Wilhelms hängen. Die Touristengruppen am Deutschen Eck hielten sich in Grenzen, was wohl auf Wetter und Jahreszeit zurückzuführen ist. Die Masten sind mit den Fahnen der Bundesländer beflaggt und scheinen – wie der gesamte Platz – sehr gepflegt. Von einigen Farbklecksen abgesehen, steht das Denkmal des Kaisers unversehrt. Das wiederhergestellte Abbild trohnt auf dem mächtigen Sockel, der an der Vorderseite mit umfangreichen Verzierungen versehen ist, in dessen Zentrum ein Adler steht. Erst nachdem sich Johannes neben den Sockel stellte, wurden einem die Ausmaße bewusst. Auf der rückwärtigen Seite Wilhelms hängen an den Säulen die Wappen der Bundesländer der BRD, die Länder die nicht zu der neuen Bundesrepublik gehörten, wurden auf zwei extra Tafeln vermerkt. Eine Ausnahme bildet hier das Saarland, dass noch nach dem Aufhängen dieser Tafeln in die BRD eingegliedert wurde.

Im Anschluss ging es am Rhein entlang wieder zurück zum Auto um auf die andere Rheinseite zu fahren: Ehrenbreitstein wollte eingenommen werden. Man kann entweder vom Fuße an zur Festung hinauf gehen, oder man fährt mit dem Auto um die Festung herum und kommt direkt am Haupteingang an. Dies hat den Vorteil, dass man sich den mühsamen Aufstieg spart. Vor allem sehr praktisch wenn man im Winter wenig Zeit hat, weil die Sonne früh wieder untergeht. Vorbei an amüsanten Privat-Schildern, von deren Art ich im Siebengebirge schon einige abgelichtet habe, ging es durch das Feldtor. Für das Besichtigen wird einem ein eher symbolischer Eintrittspreis abgenommen, für den man dann die Festung besichtigen kann. Im Winter sind allerdings einige Teile geschlossen, wer alles sehen möchte, sollte also im Sommer kommen. Es ist jedenfalls fraglich, ob man dort dann vor lauter Touristen überhaupt noch laufen und fotografieren kann. Die Mauer- und Festungsabschnitte sind mit großen, gut lesbaren Buchstaben gekennzeichnet, so dass man sehr einfach ein gutes Bild vom Aufbau der Verteidigungslinien bekommt. In der Festung gibt es auch ein Denkmal des Heeres, wo dieses seine Toten ehrt. Dort werden sowohl Soldaten der Weltkriege, als auch Gefallene und Tote der Bundeswehr geehrt. Während die äußeren Mauern eher abweisend wirken, ist das Innere der Festung in sehr warmen Farbtönen gehalten. Der innere Hof lädt schon durch seine Optik zum verweilen ein, so ist dort auch ein Restaurant eingerichtet. Noch ein wenig weiter entdeckt man auch die Jugendherberge, die sich ebenso wie die zur Verfügung stehenden Toiletten, nahtlos in die Optik der Festung einpasst. Insgesamt macht die gesamte Festung einen soliden und sehr gut gepflegten Eindruck. Es wäre schön, wenn mehr Bauwerke eine ähnliche Pflege erhalten würden wie Ehrenbreitstein.

Nach der Besichtigung fuhren wir wieder bergab, hinab in den Ort Ehrenbreitstein. Dort hielten wir noch einmal vor dem Rheinmuseum. Vorsicht, der Parkplatz hat teils sehr tiefe Schlaglöcher, Silvios Auto kann da von ein paar Begegnungen berichten. Von unten ist die Festung beeindruckend hoch und es wird einem sofort ersichtlich, warum eine wirklich schwere Befestigung der Anlage nur zur flachen rückwärtigen Seite nötig war. Durch die steilen Wände ist die Festung von unten nahezu uneinnehmbar, weswegen dort auch nur wenige Wehrgebäude auf den Fels gebaut sind.

Im Anschluss an die kleine Außenbesichtigung ging es wieder zurück in die Innenstadt, der Hunger war kaum noch zu bremsen. Nach kurzem Irrgang durch die Fußgägngerzone kehrten wir im Brauhaus ein, wo es wirklich sehr große Portionen gab. Ich hatte jedenfalls so meine Mühe mit den dicken Scheiben Fleischkäse fertig zu werden. Angenehme Athmosphäre mit dem gewohnt rauen Umgangston eines Brauhauses. Wenn ihr also einmal in Koblenz seid und wirklich viel Hunger verspürt, sucht diese Lokalität auf.

Da es langsam spät wurde, war der letzte Stop das Schloss. Leider ein unheimlich zugeparktes Gebäude an einem Samstag und durch die weiß-graue Farbgebung auch nicht wirklich aufregend. Zudem ist die Architektur nichts herausragendes, nur die Größe ist beeindruckend. Also spazierten wir einmal um das Schloss herum, um dann wieder unten am Rhein zu landen. Dort steht eine Statue von Görres, der auf den Rhein hinaus blickt. Nach einer umfangreichen Studie der Statue und einem letzten Blick auf Ehrenbreitstein traten wir den Rückweg an.

Insgesamt ein sehr erfolgreicher Ausflug und Koblenz scheint noch einige Anlagen zu bieten, die es sich lohnt zu besichtigen. Das Wetter war leider nicht ganz so gut wie erhofft, aber zu der Jahreszeit auch nicht anders zu erwarten. Vielleicht können wir noch einmal bei besserem Wetter zurückkehren.

Bildergalerie zum Ausflug

Infos zu den Sehenswürdigkeiten bei Wikipedia:
Koblenz
Festung Ehrenbreitstein
Deutsches Eck
Basilika Sankt Kastor
Kurfürstliches Schloss

Links:
Altes Brauhaus Koblenz

Heimatkult: Loreley und Burg Rheinfels

Montag, Oktober 9th, 2006

Letzten Freitag Mittag (06.10.2006) sind wir im Rahmen einer kleinen Tour zur Loreley gefahren, um eine neue Reihe über Burgen, Denkmäler und ähnliche Sehenswürdigkeiten zu beginnen.

Das Wetter war der Jahreszeit entsprechend, ziemlich windig und mit Wolken verhangen, aber ab und zu kam doch einmal die Sonne raus und beschien die steilen Rheinufer. Wir starteten den Tag an der Loreley, nachdem wir mit der Fähre von St. Goar nach St. Goarshausen übergesetzt hatten. Die Parkplätze sind relativ einfach zu finden, aufgrund entsprechender Nachfrage von Touristen ist alles sehr gut ausgeschildert.

Oben angekommen packten wir unser notwendiges Equipment zusammen und machten uns nach einem kleinen Zwischenstopp in den sanitären Anlagen des Besucherzentrums zur Spitze des Felsens auf. Die Sicht war wirklich trotz des schlechten Wetters sehr gut. Der hier sehr schmale Rhein und die Burgen Katz und Rheinfels sind von den zu Aussichtsplattformen befestigten Felsen sehr gut einzusehen.

Nach einer kleinen Pause und dem Rundgang ging es wieder zurück zum Auto, um ein wenig die rechte Rheinseite um St. Goarshausen zu erkunden und Bilder vom gegenüberliegenden Rheinufer zu machen. Burg Maus konnte leider nicht besichtigt werden, da sie anscheinend für dieses Jahr bereits geschlossen war. Generell lohnt sich aber wohl noch ein extra Besuch, um sich den Adler- und Falkenhorst und die dort lebenden Tiere einmal genauer anzusehen. Burg Katz haben wir nur aus der Ferne genossen, da sie mittlerweile im Besitz eines japanischen Privatmannes ist und somit ebenfalls nicht der Öffentlichkeit zugänglich.

Anschließend ging es wieder mit der Fähre nach St. Goar, um Burg Rheinfels zu besichtigen, die über dem Ort trohnt. Wir parkten am Rhein und stiegen zur Burg hinauf. Diese liegt zum Glück nicht allzu weit oben, so dass wir den Eingang recht schnell erreicht hatten. Einlass gab es bereits keinen mehr, aber es wäre wohl sowieso sehr knapp geworden, noch ausreichend Licht für ein paar gute Fotos von Innen zu haben. So beschraenkten wir uns auf die gute Aussicht vom Eingangsbereich aus, machten Bilder und verweilten ein Bisschen. Der Eintritt für Erwachsene liegt übrigens bei 4€. Die Burg scheint recht sorgfältig verwaltet und es ist auch Gastronomie angeschlossen. Auch wenn der Kampf mit dem Getränkeautomaten nicht erfolgreich ausging. So gab es erst wieder nach dem Abstieg am Auto etwas zu trinken, mehr als die Kameras waren diesmal nämlich nicht mitgewandert.

Insgesamt ein sehr lohnender Ausflug, den ich gerne noch einmal ganztägig wiederholen würde, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Wir hatten viel Spaß und super Aussichten. Die Region ist, auch durch ihre kleinen beschaulichen Orte am Ufer, für einen Ausflug sehr zu empfehlen. Das Wetter hatte sich am Ende doch gehalten, so dass es in der angeschlossenen Bildergalerie auch noch einige gute Fotos zu betrachten gibt.

Wir werden in Zukunft noch einige weitere Burgen, Schlösser und Anderes besichtigen, die Berichte werden wir dann immerhier veröffentlichen.

Bildergalerie zum Ausflug

Infos zu den Sehenswürdigkeiten bei Wikipedia:
Loreley
Burg Rheinfels
Burg Katz
Burg Maus
Sankt Goar
Sankt Goarshausen

Links:
Adler- und Falkenhof Burg Maus
Internetpräsenz Sankt Goar